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Montag, 3. Mai 2010


Es gibt 40 Arten von Wahnsinn, aber nur eine Art von gesundem Menschenverstand.

aus Ghana

Dienstag, 23. März 2010

Die Entwicklung der Menschheit

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrigläßt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
daß Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.
[Erich Kästner]

Sonntag, 14. März 2010


Ein kalter Schauer jagt
mir durch die Haut
aus dem Gedächtnis nie gelöscht.

Warum in jener Nacht
was hast du nur gedacht
was hat die Zweifel weggewischt?

Die Tiefe Traurigkeit in dir
dafür fehlte das Gespür
hab ich ganz anders als dein Lächeln
im Trubel übersehn. 

"Drachen sollen fliegen" war dein Lieblingslied
und in jener Nacht hast du es wahr gemacht
und bist losgeflogen
ganz ohne Flügel aus dem 13. Stock.


Du hast dein Ende selbst gewählt
hast dich mit leben so gequält
doch war das fair? War das nicht feige?
Du gibst keinem mehr 'ne Chance.

Erst wenn dein letzter Vorhang fällt
erst dann verliert die Welt
den Mut für dich, ich wünsch' dir trotzdem
alles Gute, da, wo du jetzt bist.

Du warst für jeden Pfeil
schutzloses Ziel
für diese Welt zu viel Gefühl.

Was war der letzte Tritt
zum allerletzten Schritt
hat dich der Todesrausch verführt?

Daß du die Antwort schuldig bleibst
und so die Trauer nie vertreibst
ist rücksichtslos und tut genau den Falschen,
die dich brauchten, weh.

Zu spät, um dir zu zeigen, was du hier versäumst
wie man hofft und träumt, kannst du dir denn
verzeihn, ich wollte keine Drachen fallen, sondern steigen sehn.


Du hast dein Ende selbst gewählt
hast dich mit leben so gequält
doch war das fair? War das nicht feige?
Du gibst keinem mehr 'ne Chance.
Erst wenn dein letzter Vorhang fällt
erst dann verliert die Welt
den Mut für dich, ich wünsch' dir trotzdem
alles Gute, da, wo du jetzt bist.

Ich wünsch' dir
noch ein Leben      
     noch ein Leben
noch ein Leben mit einer fairen Chance.
Ich wünsch' dir
noch ein Leben             
                noch ein Leben
noch ein Leben          
doch du hast nur eine Chance.

"Noch ein Leben "

"Im Oktober 1991, während der "Nichts ohne Grund"-Tour, ereignete sich die tragische Geschichte dieses Liedes. Da man zu wahren Begebenheiten aus dem eigenen Bekanntenkreis eine besondere Nähe empfindet, fiel uns die Entscheidung, das Lied auf die CD zu bringen, entsprechend schwer. Wir glauben allerdings, daß wir uns auf diesem Wege so mit dem Thema auseinandergesetzt haben, daß das Lied vor allem die Trauer erleichtert und hoffentlich genügend warnt." (Erklärung im Booklet)

“Es stimmt, ich habe verfluchte Lust, glücklich zu sein,
und bin bereit, Tag für Tag um mein Portiönchen Glück
mit dumpfem Eigensinn zu feilschen.
Ich beginne eben zu begreifen, daß das Leben einen packen
und nicht mehr loslassen kann, und daß es nichts darwieder gibt.“

Rosa Luxemburg

Freitag, 12. März 2010

Die als Schulbusse eingesetzten Fahrzeuge sind überwiegend die ausgemusterten Linienbusse: 
alt, laut, schlecht isoliert, aber im Vergleich recht bequem - und sie fahren nunmal.
Bei so vielen, unverschämpterweise permanent atmenden, Schülern jeden Morgen beschlagen die Scheiben innerhalb kürzester Zeit . Die kleinen Belüftungsschlitze versuchen halbherzig, die Fenster wieder frei zu pusten - mit dem Ergebnis, dass an der oberen Seite kleine, freie Elipsen entstehen. Sonst ist die Scheibe lediglich klar zu durchblicken, wenn sie einer der dunstverursachenden Schüler ein Guckloch hineinreibt oder sie unfreiwillig mit der Schulter putzen. Die Scheiben beschlagen langsam und unauffällig, und kaum einer bemerkt, dass irgendwann das Leben draußen von einem grauen Schleier behängt und matt erscheint.

Konturen bleiben dieselben, Menschen, Häuser, lediglich Straßenschilder sind schlecht zu lesen. Die Farben sind noch blasser, als einer der hoffentlich letzten winterlichen Tage im März sie eh schon hervorbringt. 

Mit zwei Fingern - ich fahre rückwärts - treibe ich ein verzerrtes Loch in den Nebel meiner Scheibe...
und erschrecke fast über die ironischen Parallelen von diesem kleinen, alten Bus zu der kleinen großen Welt.

So viel, so selbstverständlich, egal ob gut ob schlecht, nur aus der Entfernung wahrgenommen,

Wie schmecken und riechen bei Erkältung,
hören mit Druck auf den Ohren,
wie sehen durch beschlagene Scheiben.

Nehmen wir das Leben nicht mehr wahr?
Sehen wir es als selbstverständlich?

Wie die Schleier, die langsam aber stetig die Sicht vernebeln, bemerkt man nicht, die die Gewohnheit beständig den Wert des Besonderen stiehlt.
Dass ein Mensch dich häufig zum Lachen bringt, macht es nicht selbstverständlich, den Menschen aber umso unentbehrlicher - jedes Lachen ist wie ein Sonnenstrahl, selbst wenn im März noch Winter ist.

Und der Regen scheint schon wärmer...

[Bus]

Donnerstag, 11. März 2010



Und doch...


Und doch scheint über den Wolken die Sonne,
direkt darunter pfeift ein Wind.

Und doch lacht ein Engel der Kälte entgegen,
die ihn nicht gefangen nimmt.

Und doch kannst du mich glücklich machen,
hör' trotz der Entfernung 
doch dein Lachen.

[Bus]

Donnerstag, 4. März 2010


Longing for something unwanted, 

annoyed by hope, 

falling for a stranger...

[FB, me]

Mathematisch wäre das Leben also - in dreidimensionaler Grafik - emotional betrachtet nur eine Frage von Betrag und Vorzeichen. 

[FB, me]




Wär das Leben 
eine leis' rollende Kugel 
und jeder Mensch ein Würfel drin, 
würd mancher an dem andern 
kleben, 
kurz begegnen oder 
übersehn, 
wären manche Kanten abgerundet 
und manche wie Dornen, 
manche ließen an sich heran, 
andre würden Abstand wahren...

[FB, me]

Montag, 22. Februar 2010

Ich übermittle dir verbal den Wunsch emotionaler Zuwendung aus physischer Ebene =)

[Psy, me]

Freitag, 29. Januar 2010


 Independence

I was a soldier, I stopped to feel
Learned to follow, they know what's real.
It took some time till I found what's right,
now I'm a warrior of life
(tbc)
[Boulevard, me]

Sonntag, 13. Dezember 2009


Was du hoch wirfst,
fällt wieder hinab.
Egal ob gut oder nicht.
Darum kommt Gutes von oben
alles andere aber auch

 
 Wolkenberge bringen Schatten
bringen Regen, bingen Leben,
zeichnen Kunst in endloses Blau.

'Was wäre der Himmel ohne ein paar Wolken',
wenn nicht wie ein leeres Blatt Papier?
Ein Ozean ohne Wellen.
Ob leichter Schleier, wie ein Schäfchen,
verwischt, weiß oder dunkelgrau -
Sei sicher, dahinter scheint immer die Sonne.
[SVZ]]

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Malte: 

Weißt du, was ich grad bemerkt hab, was ich in Deutschland noch nie gesehn hab? 

Ne Kirche mit Energiesparbirnen!

[In Prag, beim weinhachtskonzert mit Vater und Sohn =D )