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Dienstag, 20. April 2010

Als die 6 nach Umspringen der Ampel auf grün um die Kurve bog, um nach kurzem Blick auf den Leher Bahnhof an der Eisenbahnstraße gleich wieder zu halten, standen bereits drei Autos an der just rotgewordenen Ampel und warteten. An die vorderen zwei erinnere ich mich kaum, ich meine, es war ein älteres Modell mit harten Kanten dabei. Das Dritte jedoch lenkte meine Aufmerksamkeit auf sich:

Ein dunkler Wagen, bedeckt von...Konfetti, wie mir im ersten Moment schien. Im nächsten Augenblick realisierte ich, dass es sich um Blätter handelte, blassrosane Blütenblätter, kaum so groß wie ein Daumennagel. Das Fahrzeug musste unter einer Zierpflaume oder etwas ähnlichem geparkt haben. Irgendwie erinnerte mich die Situation an das Sakurafest in Japan. Das muss wundervoll sein.
Die Ironie offenbarte sich kurz darauf, als der Bus vollständig um die Kurve gefahren war, bereits bremste und ich Gelegenheit hatte, in das rosa betupfte Auto zu sehen, das fast dekorativ dort stand: 
Ein Typ saß drin, mit etwas langgezogenem Gesicht, der bestimmt kein Gespür für Rosa hatte. Ich glaube, es wäre ihm sogar peinlich gewesen. 

einfach schön =D

Donnerstag, 25. März 2010

       Der Sessel                                

Ich hatte ihn vor ein, zwei Tagen schon gesehn und mich gut über seinen nahezu ideal gelegenen Standort amüsiert: der alte lila Ledersessel, im Wendehammer, direkt neben der Garagenhofeinfahrt.
Heute Morgen, 5:42 Ortszeit, stand er da, und als ich vom Schwimmen wiederkam, nach wie vor. Seit unserer ersten Begegnung klingelten mit Frau Brunck-Webers Worte in den Ohren, man wolle in Bücherei und Scholl-Gebäude einige gemütliche Ecken einrichten.
Als David mich unerwartet mit dem Hund abholte und wir nach einem Gespräch über Intelligenz und die gerechte Verteilung des Verstandes (Jeder meint, genug davon zu haben...) aus dem Wald zurück an diesem attraktiven Mobilar, von dem wir uns beide nicht wirklich erklären konnten, wie sich jemand soetwas in Wohnzimmer - beziehungsweise auf den Fußweg - stellen konnte, vorbei kamen, fassten wir nahezu zeitgleich den Entschluss, dieses außergewöhnliche Stück in die kreativ-chaotischen Mauern der Scholl Schule (die Mauern verändern sich - die Scholl verliert ihre Tarnung als 2. Weltkrieg Bunker, wir werden renoviert!!!) zu bewegen. Wie genau das abläuft, wissen wir noch nicht so genau.
Wird sich zeigen - Management by Scholl. (tbc)

Dienstag, 23. März 2010


    Im Auto über Land  

An besonders schönen Tagen
ist der Himmel sozusagen
wie aus blauem Porzellan.
Und die Federwolken gleichen
weißen, zart getuschten Zeichen,
wie wir sie auf Schalen sahn.
 
 










 Alle Welt fühlt sich gehoben,
blinzelt glücklich schräg nach oben
und bewundert die Natur.
Vater ruft, direkt verwegen:
"'N Wetter, glatt zum Eierlegen!"
(Na, er renommiert wohl nur.)
 
Und er steuert ohne Fehler
über Hügel und durch Täler.
Tante Paula wird es schlecht.
Doch die übrige Verwandtschaft
blickt begeistert in die Landschaft.
Und der Landschaft ist es recht.

 



 

  
Um den Kopf weht eine Brise
von besonnter Luft und Wiese,
dividiert durch viel Benzin.
Onkel Theobald berichtet,
was er alles sieht und sichtet.
Doch man sieht's auch ohne ihn.

Den Gesang nach Kräften pflegend
und sich rhythmisch fortbewegend
strömt die Menschheit durchs Revier.
Immer rascher jagt der Wagen.
Und wir hören Vatern sagen:
"Dauernd Wald, und nirgends Bier."

 











Aber schließlich hilft sein Suchen.
Er kriegt Bier. Wir kriegen Kuchen.
Und das Auto ruht sich aus.
Tante schimpft auf die Gehälter.
Und allmählich wird es kälter.
Und dann fahren wir nach Haus.
[Erich Kästner]

Freitag, 12. März 2010

Die als Schulbusse eingesetzten Fahrzeuge sind überwiegend die ausgemusterten Linienbusse: 
alt, laut, schlecht isoliert, aber im Vergleich recht bequem - und sie fahren nunmal.
Bei so vielen, unverschämpterweise permanent atmenden, Schülern jeden Morgen beschlagen die Scheiben innerhalb kürzester Zeit . Die kleinen Belüftungsschlitze versuchen halbherzig, die Fenster wieder frei zu pusten - mit dem Ergebnis, dass an der oberen Seite kleine, freie Elipsen entstehen. Sonst ist die Scheibe lediglich klar zu durchblicken, wenn sie einer der dunstverursachenden Schüler ein Guckloch hineinreibt oder sie unfreiwillig mit der Schulter putzen. Die Scheiben beschlagen langsam und unauffällig, und kaum einer bemerkt, dass irgendwann das Leben draußen von einem grauen Schleier behängt und matt erscheint.

Konturen bleiben dieselben, Menschen, Häuser, lediglich Straßenschilder sind schlecht zu lesen. Die Farben sind noch blasser, als einer der hoffentlich letzten winterlichen Tage im März sie eh schon hervorbringt. 

Mit zwei Fingern - ich fahre rückwärts - treibe ich ein verzerrtes Loch in den Nebel meiner Scheibe...
und erschrecke fast über die ironischen Parallelen von diesem kleinen, alten Bus zu der kleinen großen Welt.

So viel, so selbstverständlich, egal ob gut ob schlecht, nur aus der Entfernung wahrgenommen,

Wie schmecken und riechen bei Erkältung,
hören mit Druck auf den Ohren,
wie sehen durch beschlagene Scheiben.

Nehmen wir das Leben nicht mehr wahr?
Sehen wir es als selbstverständlich?

Wie die Schleier, die langsam aber stetig die Sicht vernebeln, bemerkt man nicht, die die Gewohnheit beständig den Wert des Besonderen stiehlt.
Dass ein Mensch dich häufig zum Lachen bringt, macht es nicht selbstverständlich, den Menschen aber umso unentbehrlicher - jedes Lachen ist wie ein Sonnenstrahl, selbst wenn im März noch Winter ist.

Und der Regen scheint schon wärmer...

[Bus]

Noch seh' ich durch die Kronen der Bäume
den nackten, grauen Himmel grellen.
Doch kann ich sie beim Ruf der Lärche,
mir in tiefem satten Grün vorstellen.

Die Welt scheint grau, in Wartestellung,
Hofft auf Sonne, warme Erhellung.

Der Frühling naht...

[me, Bus]

Donnerstag, 4. März 2010

   
Der Wind fordert den Schnee zum Tanz,
ein übermütiges Spiel...

Freitag, 26. Februar 2010



Sieh, die Regentropfen 
rinnen,
wie Tränen an Scheiben
still vorbei.
Schnee schmilzt, graue 
Wolkendecken
und der Winter
singt Good Bye.

[R. 206, me]

Mittwoch, 24. Februar 2010

Comptine d'un autre ete - dream of spring while snow covers the flowers' seeds

Piano...